News 14. Juli 2022

Petition: Sofortige Entnahme des «Beverin-Rudels» allen voran des Leitrüden M92

Da die vom Gesetzgeber vorgesehenen Vergrämungs- und Regulierungsmassnahmen ihre Wirkung beim Beverin-Rudel verfehlt haben, müssen Bund und Kanton unverzüglich den Wolfs Notstand erklären. Damit sollen neue Möglichkeiten frei werden der Problematik zu begegnen.

Ebenfalls muss der Rüde M92 zusammen mit dem fehlgeprägten und fehlgeleiteten Rudel  entfernt werden um weitere grosse Schäden zu verhindern. Mit dieser Petition wird die Forderung des Bündner Bauernverbands und des Bündner ÄlplerInnen Vereins an das Departement von Bundesrätin Simonetta Sommaruga und das Departement von Regierungsrat Mario Cavigelli unterstützt, klar und rasch zu handeln um weitere Tötungen zu vermeiden.

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Petition als PDF

Bitte bis Ende Juli an:

  • Bündner Bauernverband
  • Italienische Strasses 126
  • 7408 Cazis 
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Online Petition

Falls du doch lieber online hilfst:

Informationen zum Rudel

Risse an Nutztieren
Bereits während der Paarbildung im Jahr 2018 ging vom Beveriner Wolfspaar ein beachtlicher Prädationsdruck auf Nutztiere aus. So wurden auf der Stutzalp bei Splügen zwischen Juli und Oktober 2018 insgesamt 59 Schafe gerissen. Die genetischen Individual-Analysen haben  ergeben, dass der Verursacher das Elterntier M92 war. Mit der steigenden Zahl an Wolfsereignissen stieg im Jahr 2019 gleichzeitig auch die Anzahl Nutztierrisse im Streifgebiet des Beverinrudels. Bis zum 20. September 2019 ereigneten sich 32 Schafrisse auf verschiedenen Alpen ohne Herdenschutzmassnahmen, 29 Schafe wurden zu diesem Zeitpunkt noch vermisst. Zudem kam es in drei verschiedenen, geschützten Herden (geschlossene Elektrozäune) zu 16 Ziegenrissen.

Bis Mitte Sommer 2020 war es dann ruhig um das Wolfsrudel am Beverin. Von Mitte Juli bis September 2020 kam es auf einer Alp im Streifgebiet des Wolfsrudels am Beverin zu zahlreichen Schafrissen: 43, davon mindestens acht Schafe im Bereich, der mit Herdenschutzhunden geschützt war. Zudem sind auf der gleichen Alp möglicherweise sieben Schafe aufgrund der Rissvorfälle abgestürzt und verendet. Auf einer Alp am Schamserberg wurde am 12. August 2020 ein junges Kalb aus einer Mutterkuhherde vom Wolf gerissen. Zudem wurde im Streifgebiet des Beverin-Rudels auf einer anderen Alp am 21. September 2020 ein 32-jähriger Esel vom Wolf gerissen.

Im Alpsommer 2021 kam es auf mehreren Alpen im Streifgebiet des Beverin-Rudels zu mind. 35 Schafrissen.

Am 22. und 25. Juli 2021 wurden auf unterschiedlichen Alpen am Schamserberg im Streifgebiet des Beverin Rudels ausserdem zwei Esel in einem umzäunten Bereich mit zum Teil schweren Verletzungen vorgefunden. Die Verletzungen wiesen eindeutig auf die Einwirkung eines Wolfs hin.

Im Safiental auf der Camaner Alp wurde in der Nacht auf den 5. August 2021 zwei Rinder bei einem Übergriff verletzt. Eines der beiden Nutztiere wies schwere Verletzungen an den Beinen, am Kopf und am Euter auf. Aufgrund der Verletzung geht die Wildhut von einem Wolfangriff aus.

Am 17. August 2021 wurde in Dorfnähe von Mathon eine zweijährige Zwergeselstute mit äusseren Verletzungen vorgefunden. Das AJF geht davon aus, dass es sich bei den Verursachern um Wölfe aus dem Beverinrudel handelt. 

Auf einer Alp am Schamserberg ist es zwischen der Hirtin und Wölfen zu zwei gefährlichen Begegnungen gekommen. Beim ersten Ereignis war die Hirtin zum Rekognoszieren einer Weidefläche mit dem Hirtenhund unterwegs, als ein Wolf sie von hinten auf einer Distanz von circa zehn Metern überraschte und anknurrte. Eine Woche nach diesem Vorfall befand sich die Hirtin wiederum im selben Alpgebiet, als sie von drei Wölfen überrascht wurde. Sie griffen den Hirtenhund an und entfernten sich erneut erst, nachdem die Hirtin mit bestimmter Stimme auf sich aufmerksam gemacht hatte. Später am gleichen Tag beobachteten die Hirtin und zwei Bauern aus der Entfernung am Begegnungsort mindestens sechs Welpen sowie fünf ausgewachsene Wölfe.

Bei einer Wanderung auf der Steileralp oberhalb von Sufers ist es am 27. August 2021 zu einer Begegnung zwischen einer Wandergesellschaft und zwei erwachsenen Wölfen gekommen. Dabei näherten sich die beiden Tiere den Touristen kurzzeitig bis auf etwa zehn Meter. Kurze Zeit später trafen die Wanderer auf vier weitere Wölfe. Dabei dürfte es sich um Welpen gehandelt haben. Die Jungtiere folgten der Wandergruppe und wendete sich erst nach wiederholten Bemühungen, sie zu vertreiben, von den Wanderern ab und den adulten Wölfen zu. Die Wölfe blieben allerdings noch während längerer Zeit im Blickfeld der Touristen. Bei den angetroffenen Tieren wird es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Tiere des Beverinrudels gehandelt haben.

Am 21. September kam es ausserdem erstmals im laufenden Jahr zum Tod eines einjährigen Rindes im Zusammenhang mit einem Wolfsangriff in der Gemeinde Rheinwald. 

Am 29. September wurde zudem im Safiental ein elf Monate altes Rind durch den Wolf gerissen Neben den gerissenen Tieren wurden im September zwei Kühe durch Grossraubtiere verletzt. Der erste Angriff fand am 4. September in Pignia statt. In Dorfnähe wurden um ca. 16:00 Uhr zwei Wölfe beobachtet, die eine ausgewachsene Kuh angriffen. Die Kuh wurde erheblich verletzt und musste tierärztlich behandelt werden. Im Zuge eines anderen Wolfsangriffs auf eine Mutterkuhherde auf der Alp Stutz am 21. September wurde wiederum eine ausgewachsene Mutterkuh verletzt und musste ebenfalls behandelt werden. 

Im laufenden Sommer 2022 wurden im Streifgebiet des Beverin-Rudels bereits 10 Schafe sowie eine trächtige Mutterkuh gerissen.

Insgesamt sind seit 2018 durch das Beverin-Rudel zu Tode gekommen:

• Mind. 196 Schafe und Ziegen
• 1 Esel
• 1 Kalb
• 2 Rinder
• 1 Kuh
• (1 Herdenschutzhund) in Abklärung

Weiter wurden durch das Beverin-Rudel verletzt:

• 3 Esel
• 2 Kühe
• 2 Rinder
• Über ein Dutzend Schafe und Ziegen

Regulation Beverin-Rudel:
Aufgrund der Ziegenrisse im Herdenschutzperimeter hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) der Entnahme von 4 Jungtieren zugestimmt.

Anhand der Ereignisse in den Jahren 2018 und 2019, und den Ereignissen im Berichtsjahr, war eine unheilvolle Entwicklung des Verhaltens des Wolfsrudels am Beverin zu erkennen. Zudem stellte der bestätigte Riss bei einem Kalb aus einer Mutterkuhherde am 12. August 2020 und eines Esels am 21. September 2020 eine neue Dimension in dieser konfliktbringenden Entwicklung des Beverin-Rudels dar. Aus diesem Grunde hatte der Kanton Graubünden ein Gesuch beim Bundesamt für Umwelt (BAFU) zur Regulierung des Beveriner-Wolfsrudels gestellt. Das BAFU hat das Gesuch zum Abschuss von zwei Jungtieren des Beverin-Rudels jedoch abgewiesen.

Ende des März 2021 konnte die Wildhut im Rheinwald einen Wolf des Beverinrudels in Siedlungsnähe narkotisieren und besendern. Mit dieser Aktion möchte man eine Vergrämungswirkung erreichen nachdem das Rudel die nähe der Siedlung gesucht- und auch dort gejagt hatte.

Am 06.September 2021 stimmt das BAFU dem Gesuch des Kantons Graubünden um Regulierung des Wolfsrudels Beverin teilweise zu. So dürfen 3 Jungtiere entnommen werden. Der Antrag das Vatertier M92 zu entnehmen wurde jedoch abgelehnt.

Regulierung:

• 2019 4 Jungwölfe
• 2020 abgelehnt
• 2021 Vergrämung durch Besenderung
• 2021 3 Jungwölfe entnommen, Entnahme von Leitrüde M92 abgelehnt

 

Sandro Michael Geschäftsführer

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Geschäftsführer Bündner Bauernverband

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