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Erfahrungsbericht Emma Ros

Heurechen vor offenem Fenster

Von Barcelona nach Plaun da Lej

Ich heisse Emma und bin gerade 16 Jahre alt geworden. Ich komme aus Barcelona, wo ich auf die Schweizerschule gehe. Meine Muttersprache ist Katalanisch. Eigentlich sollte es Vatersprache heissen, da meine Mutter Schweizerdeutsch spricht. Schon immer wollte ich Bäuerin werden. Dieses Jahr bin ich mir nun doch nicht mehr ganz so sicher, Medizin interessiert mich auch. Dies ist bereits mein dritter Agriviva-Einsatz im Graubünden. Die beiden letzten Jahre war ich bei einer Bauernfamilie im Prättigau. Es war sehr schön und ich wollte eigentlich auch wieder dorthin zurück, doch dieses Jahr wollte ich auch eine neue Erfahrung machen. Und am Schluss hat es nicht für alles gereicht, obwohl wir in Katalonien mehr als zwei Monate Sommerferien haben. Leider dachten meine Eltern, ich müsse auch noch besser Französisch lernen, dies sei wichtig für eine Schweizerin.

Bergheuet grösstenteils Handarbeit.
Untervaz

Auf Agriviva kam meine Mutter, da sie vor langer Zeit im Emmental während mehreren Sommern «Landdienst» machte. Schon im Januar schaute ich mich auf der Agriviva-Website nach einem Bauernhof mit möglichst vielen Tieren um. Mir war auch wichtig, dass es auf dem Bauernhof kleine Kinder hat, da ich gerne mit ihnen zusammen bin. Am Schluss gaben wunderschöne Pferdebilder den Ausschlag zu meiner Wahl. Ich reite sehr gerne und war auch schon mehrmals in einem Pferdelager in Champox im Berner Jura. Mein zweiwöchiger Einsatz in diesem Sommer war bei der Familie Coretti in Plaun da Lej. Ich hatte keine grosse Ahnung, wer sie sind und wie alles werden sollte, aber das ist ja das Spannende an dieser Erfahrung. Als ich mit dem Postauto in Plaun da Lej ankam, fand ich erst den Bauernhof nicht, da er ein wenig versteckt oberhalb der Strasse liegt.

Auf dem Bauernhof leben Silvia und Giacomo mit den zwei Kindern Levin und Elia. Jedes Jahr kommt dazu noch ein Zivildienstleistender. Dieses Jahr war Baltasar dort. Er hatte früher auch in Barcelona gewohnt, ein paar Häuser weiter oben in Beim Heuen. meiner Strasse, und ging auf dieselbe Agriviva 41 | 2019 Bündner Bauer 25 Schule, bevor er in die Schweiz zurückkehrte. Was für ein Zufall! Silvia zeigte mir am ersten Tag den ganzen Bauernhof und auch die Tiere auf der Alp. Sissi, die Hündin, war immer dabei. Es war sofort klar, dass es hier viel Arbeit gibt. Als wir wieder von der Alp heruntergekommen waren, begannen wir auch gleich mit dem Zäunen.

In den beiden Wochen haben wir oft geheut. Heuen ist gar nicht so einfach, wie es aussieht. Und es ist anstrengend, vor allem wenn es heiss ist. Trotzdem fand ich es schön, weil die ganze Familie dabei war. Und die Hunde fehlten natürlich auch nicht. Ich war ganz froh, wenn ich ab und zu eine Pause machen konnte, um auf die Kinder zu schauen.

Natürlich muss die Familie auch essen. Das Kochen gehört ebenfalls dazu, es gibt nicht nur die Arbeit draussen und mit den Tieren. Wir haben immer zusammen gekocht und konnten dabei auch gut reden. Wenn die beiden Kinder im Bett waren, spielten wir jeweils. Zum Beispiel «Dog», das ähnlich wie «Eile mit Weile» ist, oder wir schauten zusammen einen Film. Ich verbrachte meine Abende immer mit der Familie, das gefiel mir gut.

Am allerbesten gefiel mir natürlich die Arbeit mit den Pferden: Putzen und Striegeln, Reiten und Bodenübungen.

Grössere Herausforderungen gab es für mich eigentlich keine, da ich das Leben auf dem Bauernhof schon ein wenig kannte. Heimweh hatte ich schon etwas. Nicht das klassische Heimweh, sondern Heimweh nach Barcelona, nach der Stadt und nach meinen Freunden. Zu Hause ist mitten in der Stadt, und hier wohnte ich umgeben von Bergen. Schon ein ziemlicher Gegensatz! Am Ende hatte ich mich aber so gut eingelebt, dass ich gerne noch ein paar Tage geblieben wäre. Ich habe beim Einsatz gelernt, selbstständiger zu werden, Verantwortung zu übernehmen und auch, dass es immer gut ist, neue Familienkulturen und Traditionen kennenzulernen. Ich hoffe, dass ich hiermit andere motivieren kann, so einen Einsatz zu machen. Ich glaube, es kann nicht viel schiefgehen, wenn man richtig Lust darauf hat, auf einem Bauernhof zu arbeiten.

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Auf dem Kartoffelfeld: Schule auf dem Bauernhof

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Hier erfährst du mehr zu den Einsätzen und zu den Ansprechpersonen für alle weiteren Fragen und Auskünfte.

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